Episode 12

Eine Radreise nach Sardinien – Teil 5

Wechselnde Gedanken

Die Prostituierten

Prostituierte, die auf unsere Räder aufgepasst haben.

Und dabei …

  • höflich waren
  • stolz auf uns! waren
  • uns in Ruhe ließen
  • und uns einen Essenstipp gaben

Es ging uns einfach nicht aus dem Kopf.

Und so fuhren wir erst mal los.

Durch zunächst noch trübes Wetter.

Immer weiter.

Das Mittelmeer

Bis die Gedanken so langsam wechselten.

Und zwar dahin, dass es möglich sein könnte, dass wir es heute tatsächlich sehen könnten.

Das Mittelmeer.

Ein beinahe unvorstellbarer Gedanke.

Und wenn das klappen würde, dann hätten wir sogar noch einen Ruhetag herausgefahren.

Denn durch unsere täglichen Kilometerleistungen lagen wir gut im Schnitt.

Die Fähre, die wir ja fest gebucht hatten, sollte erst am übernächsten Tag ablegen.

Also weiter.

Lernen durch Schmerzen

In Richtung Süden.

Durch flaches Gebiet.

Aber da wären wir ja wieder beim Thema Topografiekenntnisse.

An diesem Tag sollte ich wieder mal was dazulernen.

Und zwar wie ein Boxer.

Lernen durch Schmerzen.

Ligurien ist nicht flach

Denn es sollte nicht flach bleiben.

In Ligurien, so hieß die Gegend, gibt es Berge.

Erinnerst du dich noch an Teil 1?

An …

  • meinen Kampf
  • Norberts Tipps
  • meine Reaktion
  • und an die Unmengen von Cola

Das alles lag an diesem Tag vor uns.

Aber das kennst du ja schon.

Dabei fing es so harmlos an

Bis dahin sah alles noch harmlos aus.

Flach.

Zwar trübes Wetter. Aber egal.

Und dann … leichte Wellen.

Hätte, hätte, Fahrradkette

Hier hätte ich eigentlich schon wachsam werden müssen.

Und dann kamen sie.

Diese verflixten Berge.

Jede Medaille hat zwei Seiten

Berge auch.

Berge haben nämlich auch eine Kehrseite.

Genau wie Medaillen.

Es geht auf der anderen Seite auch wieder runter.

So auch hier.

Zum Meer

Nach den Unmengen an Cola ging es tendenziell bergab.

Und so, nach …

  • 114 Kilometern
  • und einem kurzen Wasserfall von oben mit entsprechender Zwangspause

sahen wir dann was.

Etwas …

  • Blaues
  • Welliges
  • Nasses

Das Mittelmeer lag vor uns.

Tatsächlich.

Nicht direkt vor uns. Es war zu sehen.

Noch aus einer gewissen Distanz.

Gedankenexplosion

Wir sahen uns an.

Und gaben uns ein High five.

Hatten beide eine dicke Gänsehaut.

Unsere Gefühle dabei?

Wirklich schwer zu beschreiben.

Es war wie eine Gedankenexplosion.

Da war …

  • Stolz
  • Nichtwahrhabenwollen
  • Ungeduld
  • Freude

Alles vermischt.

Savona

Ruhiges Nebeneinanderherfahren.

Bis zum Schild.

Auf dem stand das Wort, auf das wir gewartet haben. Für das wir gekämpft haben.

Ein Wort der Freude.

Savona.

Unser nächstes großes Ziel.

Und das einen Tag früher als geplant.

Geschafft.

Und sogar noch Zeit zum Regenerieren. 🙂

Soweit das bei mir überhaupt möglich war. 🙁

Wieder mal die Polizei

Rein in die Stadt.

Mittenrein.

Es hatte aufgehört zu regnen.

Alles war aber noch nass.

Es dampfte so richtig.

Ein ganz bizarre Atmosphäre.

Wir genossen es.

In tiefen Zügen.

Sie Stadt gefiel uns. Von Anfang an.

Und wieder war es die Polizei, die wir fragten.

Die Beamtin war sofort hilfsbereit.

Sie wies uns den Weg zu einem guten und für uns bezahlbaren Hotel.

Wir fanden es und gingen hinein.

Platzmangel

Es gab ein freies Zimmer für zwei Nächte.

Perfekt.

Aber es gab keinen abschließbaren Raum für unsere Fahrräder.

Gar keinen. Scheiße.

Und wieder war verhandeln angesagt.

Und Vertrauen. Der Klassiker.

Das Ergebnis?

Wir durften die Räder in der Hotelhalle! abstellen.

Hinter einer eigens dafür organisierten „spanischen Wand“.

Super.

Die Feier

Und nun zum Ritual

  • Duschen
  • Umziehen
  • Viel viel essen
  • Mit der Familie telefonieren
  • Gerstenhaltige Getränke

Und die hatten wir uns verdient.

Wir feierten.

Den Entschluss, losgefahren zu sein.

Und uns.

Ruhetag

Weg vom Magneten

Ausruhen war angesagt.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Bett wirkte wie ein Magnet.

Zumindest auf mich.

Aber ich musste mich davon loslösen.

Denn wir wollten uns die Stadt ansehen.

Wenn wir schon mal einen Tag Zeit hatten, dann wollten wir natürlich auch was erleben.

Und unbedingt auch das Meer berühren.

Wir konnten es ja immer noch kaum glauben, dass wir es bis hierhin geschafft hatten.

Rein in die Stadt

Also, gingen wir los.

Durch die Straßen und ans Meer.

Und das alles sehr langsam und gemütlich.

Überall italienisches Flair.

Eine ganz besondere Architektur.

Und überall Yachten.

Massenhaft.

Mit Aachen hatte das hier gar nichts mehr zu tun.

Hin zu den Meeresfrüchten

O.K. dachten wir.

Wenn schon, dann essen wir auch dort.

Bei den Yachten.

Und diesmal sogar mit Wein.

Und mit Meeresfrüchten zu den Nudeln.

Von der Stadt Savona hatte ich bis kurz vor der Abfahrt vorher noch nie was gehört.

Die meisten nutzen das bekanntere Genua als Fährhafen.

Aber uns gefiel die Stadt. Immer mehr.

Und das Ausruhen. 🙂

Die Akkus

Wir wurden aber nicht sehr alt.

Wir gingen zeitig zurück ins Hotel und in unser Zimmer.

Der Tag tat wirklich gut.

Meine Akkus wurden aber dennoch nicht mehr voll.

Trotz der Ruhe.

Das Problem

Und genau das war mein Problem.

Nein, meine Herausforderung.

Ein bei weitem nicht genügend gefülltes Akku.

Die Lernerfahrung

Im Hotel begannen die Überlegungen.

Ich erfuhr, dass Korsika im Prinzip ein Gebirge ist.

Ein Gebirge, das aus dem Meer herausragt.

Wieder mal peinlich.

Wieder mal keine Ahnung von Topografie.

Eigentlich aber egal.

Besser noch. Eigentlich gut.

Denn … unser Blog heißt ja diewelterleben.de

Und nicht dieweltkennen.de 🙂 🙂 🙂

Ein Gebirge, das aus dem Meer ragt

Ein Gebirge.

Das aus dem Meer ragt.

Aha.

Gut und schlecht gleichzeitig.

Gut, weil: Der Westen Korsikas sollte atemberaubend schön sein.

Schlecht, weil: Du kannst nirgendwo kegeln.

Weil es da beinahe keine einzige gerade Stelle gibt.

Es geht entweder rauf oder es geht runter.

Aber eben?

Eben ist wie da wie eine Sechs im Lotto.

Und das in meinem Zustand.

Die Möglichkeiten

Es gab für unsere weitere Strecke nun also zwei Möglichkeiten:

1.

Auf der einen Seite den Osten.

Den machbaren, überwiegend flachen aber eher langweiligen Weg.

Quasi eine Autobahn.

2.

Und auf der anderen Seite den Westen.

Da wo es nichts Flaches gibt.

Ein ununterbrochenes Rauf und Runter.

Im Gegensatz zum Osten die gefühlte Hölle.

Aber auf kleinen Straßen.

Und alle mit traumhaften Ausblicken aufs Meer und durch eine sagenhaft schöne Landschaft.

Die Entscheidung

Eine Entscheidung war gefragt.

Machbares Rollen vs. Pure Qual.

Langeweile vs. Körperliche Hölle, aber dafür ein landschaftliches Paradies.

Was tun?

Jetzt hatten wir es schon so weit geschafft.

Klein beigeben?

Nur weil es dann nicht blutig wird.

Und nicht kotzig.

Die Konsequenzen

Ich muss ehrlich bleiben.

Ich war kurz davor, der Versuchung des Ostens zu erliegen.

Mein Körper und mein Verstand rieten mir dazu.

Beide.

Ich sah mir in der Hotelhalle nun zigmal die dreidimensionale Karte von Korsika an.

Es war einfach nicht zu ändern.

Egal wie lange ich hinsah.

Es ging nur rauf oder runter.

Auf der kompletten linken Kartenhälfte.

Im besten 3D.

Mein Blick konnte sich nicht lösen.

Bis …, ja bis Norbert mich auf etwas hinwies.

Auf etwas Bedeutsames.

Bedeutsam für so Typen wie uns.

Nämlich darauf, dass die meisten um den Umstand wußten, dass Koriska ein traumhafte Westküste hat.

Und dass es möglich sein könnte, dass man uns später mit faulen Eiern und Tomaten beschmeißen würde.

Falls es hier zu einer falschen Entscheidung käme.

Die Ehre

Nein !!!

Das kam auf keinen Fall in Frage.

Auf gar keinen.

Lieber vom Rad fallen.

Dafür aber in Ehre.

Hier gewann das Testosteron.

Der Plan

Westen.

So hieß nun unser Plan.

Also runter zum Abendessen.

Jetzt war Wein angesagt.

Wein auf einen guten Plan.

Und der Plan hieß

Nach den Schmerzen kommt der Stolz.

Prost.

Auf das Erleben der Welt.

Auf die Ehre.

Der Preis

Und es wurden Schmerzen.

Dieser Stolz sollte mehr als hart verdient werden …

Und du?

Wie hättest du dich entschieden?

Arrivederci Italien

Arrivederci Savona.

Tschüss Italien.

Auf nach Frankreich.

Auf nach Korsika.

Zur Fähre

Und hin zu Fähre.

In die lange Schlange.

Die Schlange von PKW, LKW und Wohnmobilien.

Gab es hier auch Fahrräder?

Ja.

Wir sahen drei.

Mehr nicht.

Drei weitere Radreisende.

Das war alles.

Drei Deutsche

Einer war mit dem Zug angereist. Er wollte jemanden besuchen.

Die beiden anderen waren angereist, um einen zweitägigen Inseltrip zu unternehmen.

Hinein

Nach dem Warten durften wir hinein.

In diesen riesigen Schiffsrumpf.

Über die Rampe.

Ein wahnsinnig gutes Gefühl.

Ab in eine Ecke. Etwas abseits der Fahrzeuge. An eine Stahlwand.

Dort haben wir sie angebunden und abgeschlossen.

Unsere beiden treuen Begleiter.

Denn bisher zeigten sie nur Stärke und Treue.

Kein…

  • Knarren, Rattern oder Knirschen
  • Zicken, Murren oder Seufzen
  • Luft weg, Schraube ab oder Kette gerissen

Danke dafür!

Emotionen

Und das alles mit sehr gemischten Gefühlen.

Mit …

  • Angst
  • Respekt
  • Stolz
  • Heldenmut
  • Entschlossenheit
  • Vorfreude
  • Abenteuertum

Napoleons Absage

„Der hat nichts mehr frei.“

Das Ergebnis von Norberts Konversation in gebrochenem Französisch.

Mit dem Inhaber des Hotels Bonaparte.

Bei unserer Ankunft würde es aber eventuell schon dunkel sein.

Und unsere Mega-Infoquelle, Norberts Fahrradnavi, zeigte uns vorerst nur dieses eine annehmbare Hotel, welches in relativer Nähe zum Ankunftshafen lag.

Napoleons Absage verdrängen

Locker bleiben.

Wir finden schon was.

Da waren wir uns mittlerweile sicher.

Dann halt nicht von der Fähre aus.

Nicht per Telefon.

Sondern wieder durch Suchen und Fragen.

Nur jetzt eben im Dunkeln.

Genießen wir zuerst mal in Ruhe die Überfahrt.

Und die dauerte so ungefähr sechs Stunden.

Wir hatten uns im Vorfeld sogar eine eigene Kabine gebucht.

Um nicht so lange auf dem Deck rumhängen zu müssen.

Nobel geht die Welt zugrunde.

Beim Buchen waren wir ja noch keine erfahrenen Abenteurer.

Im Augenblick war es an Deck aber kein Rumhängen.

Ganz im Gegenteil.

Es war …

  • Vorfreude, gemischt mit tausend Gedanken zum bevorstehenden stetigen Auf und Ab
  • Und dabei
    • Die Sonne genießen
    • Fotos machen
    • Leute angucken
    • Sehen, wie sich das Festland immer weiter von uns erntfernt
  • Und … die Sache mit der Dunkelheit und dem mangelnden Hotel verdrängen.

Denn jetzt waren wir erfahrene Abenteurer. 🙂

Napoleons Exil

Irgendwann konnten wir auf der linken Seite eine Insel ausmachen.

In einiger Entfernung.

Nach einigen Überlegungen und Recherchen war klar.

Wir blicken auf Elba.

Napoleons Exil.

Und wieder was Bedeutsames gesehen.

Reisen bildet auch.

Napoleons Herberge

Das Schiff legte an.

Räder bepacken und runter.

In den Abend hinein.

Tschüss Fähre.

Korsika. Bastia. Wir kommen.

Schön gesagt.

Aber wohin?

Was solls?

Fahren wir erstmal zum Hotel Bonaparte.

Wenn der schon nichts frei hat, dann kann er uns vielleiht ja zumindest einen Tipp geben.

Und …

Er hatte doch noch ein Zimmer frei.

Ein einziges.

Warum auch immer doch.

Egal. Perfekt.

Unsere Gewissheit wuchs.

Von Tag zu Tag. Immer mehr.

Da ist tatsächlich jemand, der auf uns aufpasst.

Edelrestaurant Gogo

Wir fanden sogar noch etwas zu essen.

Obwohl es nach dem Duschen schon ziemlich spät war.

Es blieb allerdings keine Zeit für gehobene Ansprüche.

Keine Zeit für 5 Sterne.

Wir dinierten daher im nahegelegenen „Edelrestaurant Gogo„.

Die letzten zwei Stücke aufgewärmte Pizza-Döner-Mischung.

Sie waren trotzdem lecker.

Und wir unterhielten uns dabei mit freundlichen Menschen.

Eine perfekte Mischung. Es passte also mal wieder.

Und das Bier?

Pietra. Ein Traum.

Bilanz

Übrigens, auf dem Tacho standen an diesem Tag sagenhafte 10,5 Kilometer.

Und das Akku war auch wieder ein wenig voller.

Dank der Ruhe und der gehobenen Küche.

Zwar nur ein bisschen mehr.

Aber immerhin.

Begrüßung auf korsisch

Steil und unendlich.

Diese Rampe.

Aber warum schon so kurz nach dem Hotel und warum dann direkt so drastisch?

Muss es denn gleich so schlimm anfangen?

Mit diesem Gebirge im Meer.

Mit einer idyllischen Inselatmosphäre hatte das hier nichts zu tun.

Gar nichts.

Doch. Die Hitze.

Die Sonne gab alles.

Sollte ich den Heldenplan aus Savona denn schon direkt nach den ersten zwei Kilometern bereuen?

Den mit der Westroute.

Es galt sich nun vom Hafen aus hochzuschrauben.

Weg vom Wasser. Weg von Bastia.

Hinein in die Insel.

Hoch und steil.

Nein, hoch, lang und steil war diese Rampe.

Kein langsames Rantasten. Kein Einfahren.

Es ging von Anfang an los.

Korsika – Die etwas andere Insel

Korsika war halt Korsika.

Ein Gebirge im ….

Den Rest kennst du.

Wird es denn zumindest da oben flach werden?

Nein.

Flach war ja hier der Sechser. Im Lotto.

Aber schön war es dort.

Und zwar superschön.

Eine Wahnsinnslandschaft.

Jeder Meter in Korsika.

Und anders.

Ja, wieder mal anderes.

Hier war es französisch. Und nicht mehr italienisch.

Und das konntest du merken.

An allem.

Gefühle

Und so fuhren wir.

Wieder mal durch ein anderes Land.

Wahnsinn, wo wir schon überall waren seit unserer Abreise in Aachen.

Wir waren gut drauf. Wirklich.

Trotz der Anstrengung.

Apropos gut drauf.

Norbert war eigentlich immer gut drauf.

Die ganze Reise über.

Ich fast immer.

Wieso nur fast immer?

Drei Ausnahmen

Muffelig wurde ich eigentlich nur zu drei Gelegenheiten.

Und dann ließ ich mich immer etwas zurückfallen.

Von alleine. Und freiwillig.

Bis es wieder gut war.

Ging ja auch meistens schnell vorbei.

Willst du sie wissen, diese drei Umstände?

Also …

1. Wenn mir in den Bergen die Kraft wegging. Also so richtig wegging. Wenn gar nichts mehr ging.

2. Wenn ich einen Hungerast hatte.

Beides kam eigentlich nicht so oft vor.

Paradebeispiele wären da …

– die Ankunft bei der Frau Friedel

– der Splügenpass

– mein Erlebnis in Ligurien

3. Das Dritte kam aber jeden Tag ungefähr ein- bis zweimal vor.

Je nach Gemütszustand.

Familienweh.

Ich weiß, dass es ein solches Wort nicht gibt.

Es ist die Abwandlung von Heimweh. Halt nur auf meine Familie bezogen.

Das hat mir dann ganz schön zugesetzt.

Und da durfte mich der Norbert auch nicht ansprechen.

Er hat das respektiert. Ohne es mir übel zu nehmen.

Und es ging ja auch wirklich immer wieder relativ schnell vorbei.

Hältst du mich jetzt für ein Weichei?

Ich nicht.

Steil aber geil

Sorry.

Aber dieses Wort ist die Essenz.

Die Landschaft lässt sich nicht viel treffender beschreiben.

Sie war…

  • Ein Rauf und Runter. Ständig. Unentwegt. Immer.
  • Grün. In allen Farben.
  • Voller ruhiger Straßen. Schmal.
  • Voller Premiumaussichten. Ins Landesinnere. Vor allem aber auch aufs Meer. Und das oft von oben. Wenn wir zufällig gerade mal wieder oben waren.
  • Ein Paradies für Radreisende. Nein für E-Biker. 🙂 Obwohl wir komischerweise keinen von denen gesehen haben.

So hielten wir immer wieder mal an um Fotos zu machen.

Und fuhren immer weiter hinein in die sagenhafte Insel.

Mitten im Nichts

Bis wir irgendwann irgendwas merkten.

Südlich von Calvi.

Dass wir müde wurden.

90 Kilometer auf und ab waren schon was anderes als 90 Kilometer am Rhein entlang.

Und wir merkten noch zwei andere Sachen.

  1. Dass es schon recht spät geworden war. Mein Gott, wie die Zeit verging.
  2. Das Zweite merkten wir nach einem Blick auf Norberts Supernavi. Hier war nichts. Kein Hotel. Nichts.

„Meinst du, das war die richtige Entscheidung?“

Das mit diesem verdammten Westen.

Noch können wir das hier abbrechen.“

Weiter!

„O.K.“

Also weiter.

Immer noch mitten im Nichts

Nach zehn weiteren Kilometer fanden wir immer noch nichts.

Kilometer 100

Jetzt wurde es almählich Zeit.

Ernsthaft.

Aber … da war nichts.

Immer noch nicht.

Außer unser gewohntes Auf und Ab.

Und unseren super Ausblicken.

Und der Tatsache, dass es nicht mehr ganz so hell war wie zuvor.

Aber wir waren ja mittlerweile professionelle Vertrauer.

Also weiter.

Nochmal.

Kilometer 110

Nichts.

Falsch.

Weiterhin absolut geile Natur.

Und jetzt sogar in bestem Licht.

In der sogenannten blauen Stunde.

Das war uns aber jetzt egal.

Vollkommen egal.

Wir wollten was zum Übernachten und was zu Essen.

Jetzt.

Endlich.

„Ob wir dieses Mal tatsächlich nichts finden?

Und … mein letztes Brötchen ist schon lange nicht mehr existent.“

Weiter!“

„Wie weit weiter?“

„Noch ein bisschen. Lass uns nicht aufgeben. Es hat bisher immer geklappt. Warum heute nicht?“

„Du hast Recht.“

Also …

Ja, weiter.

Das Zelt

„Ich sehe ein Zeltsymbol.

Auf meinem Navi.

Das muss Campingplatz bedeuten.

Vielleicht können wir uns da irgendwo hinlegen.“

Mehr war auf dem Navi nicht zu sehen.

Weit und breit nicht.

Nur dieses Symbol.

Der Wohnwagen und die Kuh

Kilometer 117.

Ein einsames Hinweisschild auf einen Campingplatz.

Hinter einer Kurve dann ein alter Wohnwagen mit einem grünen Vorzelt.

Und eine Kuh.

Das soll ein Campingplatz sein?

Dann, hinter einer weiteren Kurve, eine Zufahrt.

Endlich.

Und es gab ein Gebäude.

Offensichtlich eine Art Rezeption.

Nicht edel.

Alles sehr sehr schlicht aussehend.

Aber eine Rezeption.

Mitten im Nichts hatten wir endlich was gefunden.

Und zwar den La Morsetta Camping

Saison

An dem Gebäude fanden wir einen Aufdruck.

Auf diesem war zu Folgendes zu erkennen: Saisonende 28.09. —

Mein Gott, heute war der 28.09..

Was hieß das?

Bis 28.09. oder ab 28.09.?

Es war keiner zu sehen.

Keiner.

Scheiße.

Große Scheiße.

Aber wir sehen uns.

Wenn du möchtest.

Und zwar in Teil 6.

Bis dahin wünsche ich dir das Beste.

Also bleib dran.

Bis dahin.                           Hans-Peter

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2 Kommentare
  1. Iris Franklin-Schuller sagte:

    Lieber Hans Peter, du kennst doch sicherlich folgende Situation : Du siehst dir einen Krimi an. Mit dem Blick auf die Uhr weißt Du, dass jetzt gleich Zeit für die Auflösung des Verbrechens ist (den Täter hast Du natürlich gedanklich schon überführt) und boah ey, Werbepause! Mit einem wütendem Schenkelklopfer reißt es dich aus dem Sessel… Genau so ist es mir ergangen! Ich bin sehr gespannt auf die Auflösung 😉
    LG Iris

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